@fidibus
21M

Wer besitzt die Produktionsmittel im Freimarktkommunismus?

@sofia
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11M

möglichst viele, und möglichst stakeholder (arbeiter, kunden usw). im arbeitskontext heist das genossenschaften oder einzelunternehmer (ließe sich vielleicht auch als “einzelgenossenschaft” konzipieren, die dann im zweifelsfall automatisch neuzugänge einschließt). aber ma sollte vielleicht auch versuchen, arbeit als solche hinter sich zu lassen.

gleichverteilung hat natürlich seine grenzen, schon deswegen weil der wert von gütern viele subjektive komponenten hat, und nicht alles mit preis zum verkauf steht. und stakeholder-ownership muss sich halt auch nach bedürfnissen der teilnehmer richten. ich mag eine sußigkeitenfabrik nicht unbedingt mitbesitzen wenn ich einfach eine tüte vegane gummitiere haben möchte. und ich denke es kann auch für einen arbeiter sinn machen einfach einen kurzen job anzunehmen, ohne deswegen miteigentümer zu werden.

ich denke also das es weniger um festgerammelte gesetze geht (in einer freien gesellschaft würden wohl auch das mittel fehlen sie festzurammeln), sondern um werte wie antiautoritarismus, stakeholder-ownership und grobe gleichverteilung die von einer breiten mehrheit vertreten werden.

sorry für die späte antwort, bin hier nicht so oft unterwegs.

@fidibus
11M

sorry für die späte antwort, bin hier nicht so oft unterwegs.

kein Problem.

Also sind wir uns schon mal einig, dass ein erster Schritt in diese Richtung eine Demokratisierung bzw. Vergenossenschaftlichung aller jetzigen Arbeitsstaetten sein koennte. Das find ich schon mal gut :)

ich denke also das es weniger um festgerammelte gesetze geht (in einer freien gesellschaft würden wohl auch das mittel fehlen sie festzurammeln), sondern um werte wie antiautoritarismus, stakeholder-ownership und grobe gleichverteilung die von einer breiten mehrheit vertreten werden.

Das halte ich fuer Gefaehrlich, es braucht m.M.n konkrete Plaene, wie naechste Schritte aussehen koennten, was konkrete Loesungen sind fuer die heutigen Probleme. Die Mehrheit der Menschen wird sich nicht von alleine um Werte wie Antiautoritarismus, Stakeholder-Ownership und grobe Gleichverteilung sorgen, sondern ggf. konkrete Loesungen wie Vergenossenschaftlichung der Firmen fuer gut befinden, dann fordern oder als Ziel definieren.

@zedi
admin
21M

ich werd aus dem ganzen nicht schlau und sehe nicht, wo sich das ganze von “anarchokapitalismus” abgrenzt. kannst du vllt ein tldr geben?

@sofia
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2edit-21M

ich werd aus dem ganzen nicht schlau und sehe nicht, wo sich das ganze von “anarchokapitalismus” abgrenzt. kannst du vllt ein tldr geben?

erstmal ist anarchokapitalismus eine wesentlich neuere formulierung die auf Rothbard zurückgeht, der seine inspiration einerseits von marktanarchisten wie Benjamin Tucker und Lysander Spooner, andereseits von der österreichischen schule insbesondere Ludwig von Mises.

so ähnlich wie Kropotkin’s anarchokommunismus halt auf ideen von Marx und Proudhon (und anderen anarchisten) inspiriert war.

ich sprech der einfacheit halber mal von LMAs (linke marktanarchisten), auch wenn sie sich nicht alle als “links” identifizieren oder nenen sich eher individualisten, mutualisten, geo-anarchisten oder agoristen nennen (oft kominationen davon).

ancaps haben oft eine ziemlich dogmatischen Locke-schen eigentumsbegriff während LMAs eher glauben das eigentum pragmatisch erwächst und auf friedlichere ebene verhandelt werden muss. wie William Gillis meinte: “diebstahl ist ein marktmechanismus zur korrektur schlechter eigentumsnormen” (oder so ähnlich). wobei wohl auch diebstahl eine art gewalt sein kann wenn ma jemandem zb einen rollstuhl klaut auf den sie angewiesen ist.

ancaps sehen auch kein problem in lohnarbeitsverhältnissen, und gehen tendenziell davon aus das ähnliche verhältnisse in freien märkten existieren würden (wenn auch weniger monopolistisch, wodurch arbeiter eine bessere verhandlungsbasis hätten). LMAs hingegen betonen wie sehr die firmenhierarchien auf staatlichen privilegien und regularien aufbauen, und glauben eher das die auflösung des staates mit der emanzipazion aus arbeitshierarchien einhergeht. sie bevorzugen generell genossenschaften, einzelunternehmertum und viele eine abkehr von arbeit allgemein.

manche ancaps (vermutlich eine minderheit) glauben an “geistiges eigentum”, andere sind unentschlossen. von LMAs wird es aber praktisch universell abgelehnt.

ancaps sind kulturell teils ziemlich konservativ, LMAs ziemlich generell kulturell progressiv, feministisch, antirassistisch, antinationalistisch, etc.

Nicht OP, aber ich kenne den Begriff “freed market” vor allem von Mutualist*innen.

Auch habe ich mich nicht wirklich mit den Links befasst sondern sie nur überflogen, aber

Part Three: Ownership

A Plea for Public Property, Roderick T. Long (1998)

klingt auch nicht nach nach "Anarcho"kapitalismus.

Meine Vermutung wäre, dass hier für freie Märkte argumentiert werden, in denen aber nur gewerkschaftlich organisierte Kräfte agieren.

@sofia
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21M

Meine Vermutung wäre, dass hier für freie Märkte argumentiert werden, in denen aber nur gewerkschaftlich organisierte Kräfte agieren.

meintest du genossenschaften? gewerkschaften sind in einer freien gesellschaft natürlich uneingeschränkt möglich, aber dadurch das ein das nachfrageoligopol an arbeit nichtmehr gegeben währe würden löhne halt optimalen marktpreisen entsprechen und es gäbe für gewerkschaften wohl nicht so viel “rauszuholen”.

aber genossenschaften halt ich für die sinnvollste organisationsform in den meisten fällen, gerade bei größeren organisationen und anbietern wichtiger dienste wie infrastuktur, öffentliche sicherheit, etc.

und ja, mutualist=innen zähl ich unter die linken marktanarchisten, sind vielleicht die “urform”, wenn ma so will. der begriff “freed market” wurde in dem besagten artikel von William Gillis geprägt 🙂.

Oh ja, meinte natürlich genossenschaftlich, war wohl schon etwas müde.

free market communism
!freemarketcommunism

    modern left-wing market anarchism. for worker emancipation, economic freedom and a society free of coercion and monopoly.

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